Leitfäden

CRI, R9 und TM-30: ein Datenblatt richtig lesen

Der CRI ist die meistzitierte und zugleich unzureichendste Angabe eines Datenblatts. Zwei Leuchten mit demselben CRI 90 können bei einem Rot völlig unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Normative Anforderungen
Referenznorm
CIE 13.3 (CRI) · IES TM-30-20
Skala
CRI 0–100 · Rf 0–100 · Rg ≈ 80–120
Wo es gilt
Retail y museo >90 · moda y arte >96
Wie gemessen wird
Espectrómetro sobre la luminaria real

Der CRI (Ra) ist der Mittelwert der Farbtreue über 8 Pastellfarbmuster (R1–R8). Das Problem ist doppelt: Es ist ein Mittelwert, ein schlechter Einzelwert kann sich darin verstecken; und gesättigte Farben fehlen. Ein CRI 90 garantiert daher keine korrekten Rottöne.

Der R9 misst gesättigtes Rot und ist die entscheidende Größe bei Fleisch, Holz, Leder, Textil und Haut. Viele CRI-90-Quellen haben einen R9 von 20 oder 30: auf dem Papier konform, an der Fleischtheke wirkt das Fleisch grau. Fordern Sie den R9 immer separat – wir veröffentlichen R9 ≈ 96.

Das TM-30-20 ist das moderne IES-System mit zwei Werten: Rf (Fidelity) mit 99 Mustern und Rg (Gamut), der zeigt, ob Farben gesättigter oder blasser wirken. Rg ≈ 100 ist neutral. Rf 93 mit Rg 103 – unser Fall – bedeutet hohe Treue mit leicht positiver Sättigung.

Für Video existiert der TLCI, der die Kamerareaktion bewertet, nicht das Auge. Relevant in Studios und contentproduzierenden Showrooms.

Planungshinweise
  • Leuchten nicht allein nach CRI vergleichen: R9 und möglichst Rf/Rg aus TM-30 anfordern.
  • Misstrauen Sie einem Datenblatt, das den CRI nennt, aber den R9 verschweigt.
  • CCT und CRI sind unabhängig: Eine 3000-K-Quelle kann CRI 70 oder 98 haben.
  • Gültig ist die Spektrometermessung an der fertigen Leuchte, nicht am nackten LED-Chip.
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