Leitfäden

Lumen oder Watt: warum das Watt nichts mehr aussagt

Jahrzehntelang bedeutete Watt gleich Licht. Bei LED ist es nur noch der Preis auf der Rechnung.

Normative Anforderungen
Referenznorm
lm/W · EN 13032 (flujo de luminaria)
Skala
LED técnico 90–173 lm/W
Wo es gilt
Comparar productos y calcular W/m²
Wie gemessen wird
Esfera integradora sobre luminaria acabada

Das Watt (W) misst den Verbrauch, das Lumen (lm) das abgegebene Licht, und ihr Verhältnis, die Lichtausbeute (lm/W), den Nutzen. Bei Glühlampen hatten alle Hersteller dieselbe Ausbeute (rund 12 lm/W), der Vergleich über Watt funktionierte. Bei LED reicht die Ausbeute von 80 bis 200 lm/W: Zwei 30-W-Strahler können 2.400 oder 5.000 lm liefern.

Die häufigste Falle der Branche ist Modullichtstrom gegenüber Leuchtenlichtstrom. Der eine veröffentlicht die Lumen des LED-Chips, der andere die Lumen, die nach Reflektor, Optik und thermischen Verlusten tatsächlich austreten. Der Unterschied kann 25 % übersteigen. Gültig ist der Leuchtenlichtstrom, in der Ulbricht-Kugel am fertigen Produkt nach EN 13032 gemessen.

Wichtiger noch als die Lumen ist, wo sie landen. Ein 4.000-lm-Strahler mit 60°-Optik verteilt das Licht großflächig; derselbe Lichtstrom mit 20° konzentriert die vierfache Beleuchtungsstärke auf das Objekt. Ohne Photometrie weiß man nichts.

Der entscheidende Projektwert ist die Leistungsdichte (W/m²) für das geforderte Lux-Niveau. Sie steht in der Energiezertifizierung und zahlt der Kunde jeden Monat.

Planungshinweise
  • Immer Leuchtenlumen verlangen, nicht Modullumen, und bei welcher CCT und welchem CRI gemessen wurde.
  • Die Ausbeute sinkt mit steigendem CRI: CRI >96 hat weniger lm/W als CRI >90 desselben Produkts. Physik, kein Marketing.
  • In W/m² beim selben Lux-Niveau vergleichen, nicht in W pro Leuchte.
  • Sehr hohe lm/W ohne CCT-Angabe sind verdächtig: Bei 5000 K sieht der Wert immer besser aus.
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